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Katholische Akademie Hamburg

KAH
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30. August 2008, 8.00 Uhr

Exkursion: Zu den Heideklöstern Walsrode und Mariensee

Msgr. Wilm Sanders

Durch die blühende Heide geht die Fahrt zunächst zur 800jährigen Kirche in Undeloh. In Walsrode besichtigen wir das Kloster und die Stadtkirche. Nach dem Mittagessen im Restaurant Parkhotel Luisenhöhe fahren wir zum Kloster Mariensee und beschließen die Exkursion mit dem Besuch des Museums der Ikonenmalerin Barbara Teubner in Neustadt am Rübenberg.


29. August 2008, 20.30 Uhr

Filmreihe „Licht &Dunkel“: Gespräche über Film und Religion.
Start mit „Wolke 9“ von Andreas Dreses.

Wo Licht ist, ist auch Schatten oder Dunkelheit. Die Licht-Metapher verweist zum einen auf die in Religion und Film thematisierte Zweideutigkeit menschlichen Lebens, zum anderen erinnert sie aber auch an die erhellende Kraft von Lichtspiel und Religion. Beide können uns erleuchten, können die Augen öffnen, um uns selbst, die Welt und ihr göttliches Geheimnis klarer zu sehen und tiefer zu erfassen. Sie können Licht auf die Fragen werfen, die den Menschen umtreiben: die Fragen nach Liebe und Tod, nach Glück und Einsamkeit, nach Hoffnung und Gewalt. Das Kino spinnt Träume und Alpträume, es kann verstören und glücklich machen. Manche gehen sogar so weit wie der Regisseur Fatih Akin, der in einem Interview bekannte: „Kino ist meine Religion. Die Reihe startet mit dem in Cannes bejubelten Film „Wolke 9“ über Liebe und Sexualität im Alter und einem Publikumsgespräch mit dem Regisseur Andreas Dresen. Das Gespräch führt der NDR-Journalist Frank Fingerhut. In unserer Reihe erwarten Sie aktuelle Filme und kompetente Referent/inn/en: für Gespräche, die dazu anregen, genauer hinzusehen und mehr zu entdecken, als sich auf den ersten Blick zeigt. Gezeigt werden voraussichtlich u.a.: „Wolke 9“, von Andreas Dresen, Deutschland 2008; „Der Baader Meinhof Komplex“ von Uli Edel, Deutschland 2008; „Waltz with Bashir“, von Ari Folman, Israel/Deutschland/Frankreich 2008; „Anonyma – Eine Frau in Berlin“, von Max Färberböck Deutschland 2007; „Im Winter ein Jahr“, von Caroline Link, Deutschland 2008; “Krabat“, von Marco Kreuzpaintner, Deutschland 2008

Kooperation mit der Evangelischen Akademie Nordelbien und dem Abaton-Kino.

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt



6. September 2008, 10.00-18.00 Uhr

13. Hamburger Börsentag mit Themenpark „nachhaltige Geldanlagen“

Auch in diesem Jahr bietet der Hamburger Börsentag einen Themenpark Nachhaltige Geldanlagen an. In diesem Rahmen stellt der im Verbund des UmweltHauses am Schüberg mit der Katholischen Akademie Hamburg, dem Forum Nachhaltige Geldanlagen und dem Projektteam Nachhaltige Geldanlagen gestaltete „Checkpoint Nachhaltige Geldanlagen“ anbieterunabhängige Informationen zu diesem rasant wachsenden Anlagesegment bereit. Ergänzend sind Vortagsangebote zum Nachhaltigen Investment geplant. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.boersentag.de.

Veranstalter: Hanseatischer Börsenkreis der Universität Hamburg e.V., BÖAG Börsen AG

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt


9. September, 30. September, 11. November 2008, jeweils 19.00 Uhr

Die Welt verstehen – diesseits und jenseits der objektivierenden Naturwissenschaften

Dr. Frank Meyberg

Unsere Welt ist durch materielle und geistige Phänomene geprägt. Den objektivierenden Naturwissenschaften scheinen Phänomene des Geistes (Subjekt, Selbst, Seele) leicht verloren zu gehen, oder sie werden als „Epiphänomene“ den materiellen, objektiven Gegebenheiten nachgeordnet. Im "Dialog Natur & Geist" wollen wir anhand von Texten und Thesen solchen Phänomenen nachgehen. Wir werden uns dabei auf Erkenntnisse der Metanexus-Konferenz 2008 in Madrid stützen, die „Die menschliche Person Subjekt, Selbst, Seele", in interdisziplinärer Perspektive zum Thema hat. Nähere Informationen in englischer Sprache über Metanexus und die Konferenz sind über www.metanexus.net erhältlich. In diesem Zusammenhang wollen wir angesichts des 130. Geburtstages von Martin Buber auch sein „Dialogisches Prinzip“ in Erinnerung rufen, das zum Verstehen geistiger Phänomene hilfreich sein kann.

Kooperation mit dem UmweltHaus am Schüberg, ev.-luth. Kirchenkreis Stormarn

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt


11. September 2008, 19.00 Uhr

ein-blick: Traum und Trauma. Zur Politisierung der Religion in den USA

Prof. Dr. Robert Jewett, Heidelberg

Durch das Trauma des 11. September 2001 ist der amerikanische Traum der „neuen Stadt“ unwiderruflich erschüttert worden. Der amerikanische Theologe Robert Jewett hat Amerikas religiösen Weg in vier Jahrhunderten nachgezeichnet. Wer die offen zur Schau getragene religiöse Rhetorik seit dem 11. September 2001 bis in die Gegenwart des Präsidentschaftswahlkampfs hinein verstehen will, findet in seinen Analysen einen bemerkenswerten Schlüssel. Diese Veranstaltung ist die Europa-Premiere seines Buchs „Mission und Verführung“.

Verantwortlich: Dr. Stephan Loos



13. September 2008, 9.30-17.00 Uhr

Hilferuf der Christen im Irak

Staatsrat Reinhard Stuth
Pfr. Peter Patto, Chaldäische Gemeinde München
Prof. Dr. Rudolph Grulich, Nürnberg/Gießen
Fikri Aygur, Hengelo

Im Irak ereignet sich zurzeit die größte Christenverfolgung der Gegenwart. Die Assyro-Chaldäer, die fünf verschiedenen Konfessionen angehören (Assyrische Kirche des Ostens, Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, Chaldäische Kirche, Syrisch-Katholische Kirche und Evangelische Kirche der Syro-Chaldäer) sind die Opfer der Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten. In Deutschland und in Europa dürfen wir dieser Chronik der Gewalt nicht länger tatenlos zusehen. Zum einen muss Flüchtlingen und Asylbewerbern wirksamer Schutz und Bleiberecht gewährt werden. Zum anderen muss alles geschehen, dass diese christliche Urbevölkerung auch in Zukunft in ihrer angestammten Heimat Mesopotamien in Ruhe und Frieden leben kann.

Programm:
9.30 Uhr Begrüßung: Direktor Dr. Stephan Loos; Grußwort: Staatsrat Reinhard Stuth, Hamburg
10.00 Uhr Pfarrer Peter Patto, chaldäischer Seelsorger im Erzbistum München „Christen im Irak erleben die Hölle. Terror und Gewalt sollen die Christen aus ihrer angestammten Heimat vertreiben“
11.00 Uhr Kaffeepause
11.15 Uhr Prof. Dr. Rudolf Grulich, Nürnberg „Die Christen im Irak vor und nach Saddam Hussein. Ihre Bedrängnis und ihr großer Exodus“
12.30 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Fikri Aygur, Hengelo, Suryoye Union in Europa „Autonomie für Syro-Chaldäer? Perspektiven für die Zukunft“
14.15 Uhr Linda Gabriel, Nationalrat Bef-Naharim (Zweistromland) „Perspektivische Frauenarbeit von christlichen Syrern im Irak (Assyrer-Chaldäer-Aramäer)“
15.00 Uhr Kaffeepause
15.30 Uhr Udo Neumann, Sachbearbeiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge „Entscheidungspraxis des Bundesamtes“
16.00 Uhr Podiumsgespräch „Zukunftsperspektiven für ein dauerhaftes friedliches Zusammenleben der Religionen und Völker im Irak“
17.00 Uhr Sonntagsvorabendmesse in der Akademiekapelle

Kooperation mit den syrisch-orthodoxen Kirchengemeinden, dem Syrisch-Orthodoxen Kulturverein, dem Mar-Gabriel-Verein zur Unterstützung der syrischen Christen. Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Verantwortlich: Msgr. Wilm Sanders


15. September, 10. November, 1. Dezember 2008, jeweils 19.00 Uhr

Veränderungen und Entwicklungen moderner Arbeitswelten

Arbeitskreis Wirtschaft mit Zukunft

Helmut Jansen, Klaus Hurrle


Wirtschaftlicher Wandel in Zeiten des „Turbo-Kapitalismus“ stellt die Individuen vor laufende Veränderungen. Frühere Sicherheiten und Gewissheiten gehen verloren, Vereinzelung, Ohnmacht und Orientierungslosigkeit machen sich breit. Der amerikanische Soziologe Richard Sennett beschreibt in seinen Werken, wie die „Neue Kultur des Kapitalismus“ zu tief greifenden Veränderungen auf gesellschaftlicher, organisatorischer und individueller Ebene führt. Drei wichtige Bücher von Richard Sennett wollen wir (in Auszügen) kennen lernen: Der flexible Mensch (1998), Die neue Kultur des Kapitalismus (2005), Handwerk (2008).

Kooperation mit dem UmweltHaus am Schüberg und der Volkshochschule Ahrensburg

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt, Thomas Schönberger


18. September 2008 und 26. November, jeweils 18.00 Uhr

Studienzirkel Nachhaltige Geldanlagen

Elly Klinkenberg, Projektteam Nachhaltige Geldanlagen
Thomas Schönberger, UmweltHaus am Schüberg
Gäste: Rainer Heßelmann, BöAG; Sandra Klug, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.


Der Studienzirkel Nachhaltige Geldanlagen bietet aktuelle Informationen rund um das Nachhaltige Investment an. Er ist offen für alle, die Interesse haben, darüber nachzudenken, wie die nachhaltige Geldanlage sowohl Privatanleger/innen wie auch institutionellen Investoren erfolgreich nahe gebracht werden kann.

Kooperation mit dem UmweltHaus am Schüberg und dem Projektteam nachhaltige Geldanlagen


19. September 2008, 13.30-18.00 Uhr (Fachseminar), 19.00 Uhr (öffentliche Diskussionsveranstaltung)

Wie viel Ethik verträgt der Krankenhausalltag?

Die Aussage, der Mensch stehe im Mittelpunkt sozialen Handelns, ist in den Leitbildern vieler Einrichtungen der Fürsorge, der Pflege und des Gesundheitswesens zu finden. Gleichzeitig erleben wir in Zeiten eines größer werdenden Kostendrucks im Gesundheitswesen auch einen Effektivitäts-Zwang, dem die formulierten und durchaus ernst gemeinten Ansprüche im Alltag nicht selten zum Opfer fallen. Gerade für Krankenhäuser in katholischer Trägerschaft ist aber ein klares und verbindliches ethisches Profil keine „Luxus-Zugabe“ zu medizinischer und organisatorischer Professionalität; es gehört vielmehr zum unverzichtbaren Proprium dieser Einrichtungen. Die Erfahrung zeigt, dass gut durchdachte und institutionell abgesicherte ethische Standards den Klinikalltag für alle Betroffenen – für Patienten und Angehörige, für Pflegende und Ärzte – „menschlicher“ werden lassen und dass gleichzeitig die Effektivität der Einrichtungen steigt. Dies macht Mut, Modelle einer „organisierten Ethik“ genauer anzuschauen und mit der eigenen Praxis zu konfrontieren. Die Kommission des Erzbistums Hamburg für Medizin- und Gesundheitsethik und die Katholische Akademie Hamburg laden deshalb die Verantwortungsträger der katholischen Krankenhäuser und die katholischen Krankenhausseelsorger im Erzbistum Hamburg zu einem nicht öffentlichen Fachseminar in die Akademie ein. An diese interne Beratung schließt sich eine öffentliche Abendveranstaltung an, die sich sowohl an ein Fachpublikum aus Ärzteschaft, Pflege und Seelsorge als auch an die interessierte Öffentlichkeit richtet.

Programm:
13.30 Uhr Begrüßung Regens Dr. Thomas Benner, Kommission des Erzbistums Hamburg für Medizin- und Gesundheitsethik; Dr. Hans-Gerd Schwandt, Katholische Akademie Hamburg; Wolfgang Heinemann, Geschäftsstelle Ethik der Malteser Trägergesellschaft, Köln „Organisierte Ethik im Krankenhaus“
14.30 Uhr Workshops: „Wie viel Ethik verträgt mein Alltag im Krankenhaus?“
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Erzbischof Dr. Werner Thissen: Grußwort; Norbert Steinkamp M.A., University Medical Centre, Nijmegen „Ethische Fallbesprechung – Praxisnahe Modelle für den Alltag im Krankenhaus“
16.45 Uhr Diskussion: „Ethische Standards für katholische Krankenhäuser im Erzbistum Hamburg“: Dr. Andreas Borkamp, Marienkrankenhaus Hamburg, Wolfgang Heinemann, Martin Mommsen-von Geisau, St. Franziskus Hospital Flensburg, Norbert Steinkamp

Veranstalter: Katholische Akademie Hamburg und Kommission des Erzbistums Hamburg für Medizin- und Gesundheitsethik

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt


25. September 2008, 19.00 Uhr

Reihe: Sie kamen aus unserer Stadt

Religion in Salon und Welt – Paul Baron de Mathies
Priester, Schriftsteller, Studentenseelsorger Päpstlicher Kammerherr

Msgr. Peter Schmidt-Eppendorf


Paul Mathies, am 12.5.1868 als Sohn des Großkaufmanns und Großherzoglich Toskanischen und Königlich Portugiesischen Generalkonsuls Ludwig Mathies in Hamburg geboren, studierte Jura in Berlin und Heidelberg, Genf und Straßburg. 1890 konvertierte er zur katholischen Kirche. Nach Eintritt in das Noviziat der Jesuiten begann er das Studium in Buffalo, verließ den Orden jedoch bald wieder. Unter den Päpsten Leo XIII. und Pius X. diente er als Päpstlicher Geheimkämmerer. 1906 wurde er in Köln zum Priester geweiht. Auch unter Benedikt XV. wirkte er als Monsignore und Päpstlicher Hausprälat. Seine Verdienste wurden durch die päpstliche Verleihung des "Baronatus romanus" ausgezeichnet. In den USA bemühte er sich vergeblich um eine Professorenstelle. Enttäuscht kehrte er 1907 zunächst nach Rom zurück und betätigte sich schließlich in Hamburg und Bremen sowie an der Ostseeküste Mecklenburgs bei Urlaubsvertretungen. Wenig später übernahm er in Genf und Zürich die damals noch im Aufbau befindliche Stelle eines Studentenseelsorgers. Ausgedehnte Reisen führten ihn u.a. nach Kleinasien, Ägypten, Nubien, Nordamerika, Mexiko, Japan, China und Indien. Unter dem Pseudonym Ansgar Albing verfasste er zahlreiche Bücher zum Thema Religion und Gesellschaft, in denen er sich leidenschaftlich für die Katholische Kirche und die Vertiefung des Glaubens einsetzt. Er starb 1924 im Alter von 56 Jahren in Tunis.

Kooperation mit dem Verein für Kirchengeschichte in Hamburg und Schleswig-Holstein

Verantwortlich: Msgr. Wilm Sanders



1. Oktober 2008, 19.00 Uhr

Was träumte Paulus in Troja?

Die Aktualität des Völkerapostels für die heutige Zeit

Bischof em. Prof. Dr. Eduard Lohse, Göttingen

Die Apostelgeschichte berichtet im 16. Kapitel von einer Vision des Paulus. Er sieht im kleinasiatischen Troas einen Makedonier, der ihm zuruft: „Komm herüber und hilf uns!“ Die Frage, wer dieser Paulus war, wird immer wieder neu gestellt: Ein abtrünniger Jude? Ein engstirniger Dogmatiker? Ein Frauenfeind? Ein Mann, der kein Gespür hatte für soziale Probleme und der sich um das Los der Sklaven nicht kümmerte? Ein Verfälscher des ursprünglichen Christentums? Solchen Fragen stehen viele positive Einschätzungen gegenüber. Professor Dr. Eduard Lohse, der langjährige Landesbischof der evangelischen Kirche von Hannover, zeichnet von den authentischen Quellen aus ein Bild des Apostels Paulus, der am Beginn der Christianisierung Europas steht und dessen Verkündigung auch heute aktuell bleibt.

Verantwortlich: Msgr. Wilm Sanders



9./16./23. Oktober 2008, 10.00 – 12.15 Uhr

Traum ist eine Stück vom Leben

Der Traum in der Literatur des 20. Jahrhunderts

Was kann die Literatur des 20. Jahrhunderts nach Sigmund Freuds „Traumdeutung“ (noch) über Träume erzählen? Die Traumdarstellungen der Literatur offenbaren ein eigenes "Wissen" über den Traum. Als literarisches Phänomen nutzen sie die Freiheit der Imagination, indem sie Traumtheorien abwandeln, überbieten oder gar aufheben. In dem Seminar geht es nicht um die psychoanalytische bzw. tiefenpsychologische Deutung literarischer Traumdarstellungen, sondern um die Fragen, mit welchen sprachlichen und stilistischen Mitteln und in welcher Erzählfunktion Trauminhalte bzw. Traummotive in Romanen, Dramen und Lyrik verwendet werden. Anhand von Texten der klassischen Moderne (A. Schnitzler, F. Kafka, Th. Mann. P. Handke, M. Maron, D. Grünbein u.a.) wird diesen Fragen nachgegangen. Die Lektüre von Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ ist erwünscht. Eine Textsammlung zum Thema wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt.

Verantworlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt



9. Oktober 2008, 19.00 Uhr

ein-blick: Die Entdeckung des Menschen in der Wirtschaft


Dr. Uwe Jean Heuser, DIE ZEIT, Hamburg


Die gegenwärtige Wirtschaftskrise verstärkt den Anschein, die Wirtschaft funktioniere nach undurchschaubaren Gesetzen. Je weniger wir ihre Abläufe verstehen, desto wichtiger wird es, nach ihren wirklichen Akteuren zu fragen und ihr eigentliches Ziel, das Wohl des Menschen, nicht aus dem Blick zu verlieren. Uwe Jean Heuser, leitender Wirtschaftsredakteur der ZEIT und Autor des jüngst erschienenen Buchs „Humanomics“, gibt Aufschluss über neueste Entwicklungen, die von der Wiederentdeckung des Menschen in der Wirtschaft zeugen.

Verantwortlich: Dr. Stephan Loos



10.-11. Oktober 2008

Wie frei sind die Wissenschaften?

Die Wechselwirkung von Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Wissenschaften


Im Zeitalter der Drittmittelfinanzierung ist die Frage „Wie frei sind die Wissenschaften?“ sehr brisant. Nicht nur in den Naturwissenschaften, sondern auch in den Geisteswissenschaften kann Grundlagenforschung inzwischen zu wesentlichen Teilen nicht mehr von den Universitäten und der öffentlichen Hand, sondern nur noch durch die Unterstützung von Stiftungen und großen Wirtschaftsunternehmen gewährleistet werden. Dem einzelnen Wissenschaftler eröffnet dies oft ganz neue Spielräume; es stellt ihn aber – so wie die Gesellschaft als ganze – auch vor die Frage, ob Wissenschaften sich nicht, unbemerkt oder gar sehenden Auges, in Abhängigkeiten, in Zwänge der Anwendbarkeit begeben, die ihnen auf die Dauer schaden. Auch das Verhältnis von Wissenschaft und Politik war und ist heikel – vor allem angesichts der immer drängender werdenden Fragen nach der ethischen Vertretbarkeit von Forschung, die in die Kernbereiche unseres Welt- und Menschenbildes vordringt. Andererseits bieten sich den Natur- wie den Geisteswissenschaften, wenn sie sich kritisch mit den eigenen Erkenntnisinteressen und den Folgen ihres Handelns auseinandersetzen, heute große Chancen, qualifizierend und ethisch verantwortet auf Wirtschaft und Politik, auf Kultur und Medien und auf die Gesellschaft als ganze einzuwirken. Unsere Tagung verfolgt sehr bewusst den interdisziplinären Ansatz unseres Programmschwerpunkts „Dialog Natur & Geist“ weiter. In grundlegenden und an der wissenschaftlichen Praxis orientierten Reflexionen nimmt sie Chancen und Risiken einer konstruktiven Wechselwirkung von Referenten und Themen - Dr. Michael Klein, Generalsekretär der Leibniz Gemeinschaft, Berlin " Wissenschaft im gesamtgesellschaftlichen Kontext“ - Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Professor für Theologische Ethik, Rektor der Katholischen Hochschule für Sozialwesen, Berlin „Ethische Politikberatung durch die Wissenschaft“ - Dr. Michael Wunder, Mitglied des Deutschen Ethikrats, Hamburg „Wissenschaft und Verantwortung: Wie wird in Deutschland Ethik „gemacht“?“ - Prof. Dr. Christoph Friedrich, Institut für Geschichte der Pharmazie, Universität Marburg „Arzneimittelentwicklung zwischen Ethik und Monetik. Die Contergankatastrophe und ihre Folgen“ - PD Dr. Stephan Albrecht, Forschungsschwerpunkt Biotechnik, Gesellschaft und Umwelt (BIOGUM), Universität Hamburg „Die Regierung von Risiken - was wäre das? Bedeutung und Risiken der Biotechnik im Kontext“

Kooperation mit der Gesellschaft für Verantwortung in den Wissenschaften (GVW) und dem UmweltHaus am Schüberg, ev.-luth. Kirchenkreis Stormarn

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt, Dr. Frank Meyberg



17. Oktober 2008, 19.00 Uhr

Canto a la vida

Ernesto Cardenal liest Gedichte von Liebe, Mystik und Revolution
Konzertlesung mit Grupo Sal – Musik aus Lateinamerika

Sprecher der deutschen Texte: Klaus Götte


Für Ernesto Cardenal gibt es kein größeres Geheimnis als die Liebe. Als junger Student schreibt er voller Sehnsucht nach dem geliebten Mädchen, das sich ihm entzieht. Als Novize im Kloster richtet sich sein Sehnen auf die Begegnung mit Gott. Die „Gesänge des Universums“ des reifen Dichters schließlich rücken die Liebe als Gestaltungsprinzip ins Zentrum der gesamten Schöpfung. Die Lesung spiegelt das poetische Schaffen Ernesto Cardenals in seiner ganzen Vielschichtigkeit: sein politisches Denken und seine Mystik, seine Begeisterung für die Revolution ebenso wie seine Liebe zu Gott. Auf diese Weise kommt die Quintessenz seines Lebenswerks zum Ausdruck. Grupo Sal bereichert mit einer Auswahl von Liedern aus Süd- und Mittelamerika den Vortrag Cardenals. Eigene Kompositionen und jazzige Arrangements gehen weit über das bekannte Repertoire lateinamerikanischer Komponisten und Liedermacher hinaus und machen den unverwechselbaren Stil von Grupo Sal aus.

Veranstalter: Hauptkirche St. Petri in Kooperation mit der Katholischen Akademie Hamburg

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt



25. Oktober 2008, 16.00 – 22.00 Uhr

Filmseminar: Im Verdrängten das Vertraute

Traumbilder, Tabubrüche und Seelenstress im Spielfilm

Dr. Hans Gerhold, Münster

Traumbilder als Spiegelungen seelischer Stressvorgänge gehören in der Psychoanalyse, wie im Spielfilm, zu den ergiebigen Deutungsfeldern von Bewusstseinsprozessen. Das Kino im Kopf und das Kino der bewegten Bilder führen seit über 100 Jahren einen Dialog, der Leiden an der Psyche, Wahnsinn, Paranoia, Triebe, Todessehnsucht, Tabubrüche und Sinnsuchen umfasst. Therapiesitzungen ähneln auf der religiösen Ebene der Beichte; sie sind Sinnsuchen, die dem Geheimnis des Lebens auf der Spur sind. Ein spezielles Kapitel bilden Motive des Surrealen und Neurotischen, die ein oft unheimliches Licht auf Glanz und Elend, auf Licht und Dunkel von Seele und Psyche werfen. Autoren wie Luis Buñuel haben für das Verdrängte im Vertrauten eindrucksvolle Bilder, auch alptraumartige Sequenzen geschaffen. Unser Seminar wird sich anhand von Beispielen aus der Filmgeschichte mit den spannenden, lustvollen und symbolischen Aspekten von Traumwelten und ihrer Ästhetik befassen. Es endet mit dem Spätfilm im Abaton-Kino (der Film wird noch bekannt gegeben). Filme (Auswahl; Änderungen möglich): Ein andalusischer Hund (Luis Buñuel 1928); Die Vergessenen (Luis Buñuel 1950); Belle de Jour (Luis Buñuel 1967); Spellbound – Ich kämpfe um Dich (Alfred Hitchcock 1945); Marnie (Alfred Hitchcock 1964); Persona (Ingmar Bergman 1966); Die Stunde des Wolfs (Ingmar Bergman 1967); Zelig (Woody Allen 1983); Blue Velvet (David Lynch 1986); Sprich mit ihr (Pedro Almodóvar 2002); Vergiss mein nicht! (Michel Gondry 2003); 2046 (Wong Kar-Wai 2004)

Kooperation mit der Evangelischen Akademie Nordelbien und dem Abaton-Kino

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt



28. Oktober 2008, 19.00 Uhr

Die Ausgeschlossenen

Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft

Prof. Dr. Heinz Bude, Kassel

Jede Gesellschaft kennt soziale Ungerechtheit und Armmut. Aber unsere Gesellschaft entwickelt sich zunehmend in eine Richtung, in der nicht die Frage, wer oben und wer unten ist, die sozialen Verhältnisse bestimmt, sondern vielmehr die Frage, wer drinnen und wer draußen ist. Es öffnet sich nicht nur die Schere zwischen arm und reich immer weiter, sondern es steigt auch die Zahl jener Menschen, die vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind, weil sie keine oder nur eine schlecht bezahlte Arbeit haben, ihre sozialen Bindungen verlieren oder gesundheitliche Probleme haben. Dies gilt zunehmend auch für diejenigen, die nicht immer schon vom sozialen Abstieg bedroht waren, wie der Soziologe Heinz Bude festgestellt hat. Wer einmal den Anschluss verpasst hat, droht dauerhaft ausgeschlossen zu bleiben, denn es scheint, dass sich Politik und Gesellschaft mit dem Faktum der Existenz der Ausgeschlossenen abgefunden haben. Was aber passiert dauerhaft mit einer Gesellschaft, die die Vorstellung von einer gerechten Gesellschaft aufgegeben hat?


30. Oktober 2008, 19.00 Uhr

Reihe „Sie kamen aus unserer Stadt“:

Zwei geistliche Brüder – Georg und Heinrich Timpe


Msgr. Peter Schmidt-Eppendorf

Die Brüder Georg und Heinrich Timpe stammen aus Hamburg-Bergedorf. Georg Timpe, geboren am 4.8. 1873, trat 1893 bei den Pallottinern ein. Nach dem Theologie-Studium an der Gregoriana in Rom wurde er dort 1899 zum Priester geweiht. Schon bald erhielt er die Leitung des Verlagshauses und die Einrichtung der Druckerei übertragen. Von 1906-1914 wirkt er in London als Seelsorger für die deutsche Gemeinde. Den Ersten Weltkrieg erlebt er als Feldgeistlicher im Osten. 1919 wird er Generalsekretär des Raphaelsvereins, dessen Hauptstelle er in Hamburg einrichtet. 1929 wird er am Studienhaus der Pallottiner in Washington Dozent für Geschichte der Philosophie. Er verfasste zahlreiche Schriften, darunter auch das Sammelwerk "Katholisches Deutschtum in den Vereinigten Staaten." Unter vielfachen anderen Auszeichnungen und Ehrungen erhielt er 1974 auch das Bundesverdienstkreuz. Am 26. Februar 1969 starb er hochbetagt im Alter von 96 Jahren in Hyattsville, USA. Sein Bruder Heinrich Timpe, geboren am 3.10. 1874, wurde 1897 in Osnabrück zum Priester geweiht. Nach zusätzlichem Studium und Promotion an der Universität Göttingen kam er als Fachlehrer für Mathematik und Naturwissenschaften an das katholische Progymnasium in Hamburg, an dem er 35 Jahre tätig war, davon 22 als Direktor. 1938 schied er aus dem Schuldienst aus und wurde Hausgeistlicher des Kinderheimes in Bergedorf. Er hat das katholische Gemeindeleben Hamburgs entscheidend mitgeprägt. Er starb am 27. 2. 1961 im hohen Alter von 87 Jahren in Hamburg.

Kooperation mit dem Verein für Kirchengeschichte in Hamburg und Schleswig-Holstein

Verantwortlich: Msgr. Wilm Sanders



3. November 2008, 19.00 Uhr

Der enttäuschte Traum von der deutschen Kultur

Karl Emil Franzos und sein „Pojaz“

Oskar Ansull, Schriftsteller und Rezitator, Berlin
Theo Jörgensmann, Komponist und Musiker, Brüel

Gastgeber: Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke


Karl Emil Franzos (1848-1904) wurde vor 160 Jahren, am 25. Oktober 1948, im ostgalizischen Czartków geboren, besuchte das Gymnasium in Czernowitz, studierte in Granz und Wien, war Schriftsteller, Journalist und der erste Herausgeber der Werke Georg Büchners. "Der Pojaz", 1893 beendet und posthum 1905 erschienen, ist ein Komödiantenroman aus dem Osten. Oskar Ansull hat Passagen des Romans so montiert, dass die Geschichte, der Autor und die Zeit lebendig und sichtbar werden: eine Geschichte zwischen Lachen und Weinen, wie schon der Name POJAZ verrät, das jiddische Wort für Bajazzo, in seinem Versuch, Lessings Nathan zu buchstabieren. Unterstützt durch die Musik von Theo Jörensmann (Klarinette) soll im diesjährigen Novembergedenken mit diesem vergessenen Autor an eine untergegangene Welt erinnert werden. Mit: Oskar Ansull, Schriftsteller und Rezitator, Berlin, Theo Jörgensmann, Komponist und Musiker, Brüel

Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

Verantwortlich: Msgr. Wilm Sanders



8. November 2008, 10.30-15.00 Uhr

Kirche und Stadtteil

Community Organizing

Urs Erben, Hamburg
Sr. Maria Elisabeth Küpper, Hamburg
Prof. Dr. Michael Lindenberg, Hamburg
Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl; Berlin
Prälat Dr. Peter Neher, Freiburg
Prof. Dr. Leo Penta, Berlin


Kirche steht immer vor der Herausforderung, sich in und für Gesellschaft zu engagieren. Eine solche Form des Engagements bietet Community Organizing. In der Hamburger Bürgerplattform »ImPuls Mitte« gestalten christliche Kirchen gemeinsam mit anderen Religionsgemeinschaften und säkularen zivilgesellschaftlichen Kräften die Entwicklung ihrer Stadtteile. Kirche setzt hier ein sichtbares Zeichen für neue Wege der Selbstorganisation und Beteiligung im lokalen Raum. Welche Chancen liegen in einem solchen zivilgesellschaftlichen Engagement für Kirche? Wo liegen darin auch Grenzen? Welche Möglichkeiten liegen im Engagement für die ökumenische Zusammenarbeit? Welche Impulse für Kirchengemeinden stecken in einem solchen Ansatz? Referenten: Urs Erben, Hamburg, Sr. Maria Elisabeth Küpper, Hamburg, Prof. Dr. Michael Lindenberg, Hamburg, Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Berlin, Prälat Dr. Peter Neher, Freiburg, Prof. Dr. Leo Penta, Berlin

Kooperation mit der Evangelischen Akademie Nordelbien, dem Berliner Institut für christliche Ethik und Politik, dem Landescaritasverband Hamburg und der Pastoralen Dienststelle des Erzbistums Hamburg

Verantwortlich: Dr. Stephan Loos


14./15. November 2008

Seminar: Ein deutscher „Mainstream-Islam“?

Formen, Perspektiven und Zielsetzungen

Dr. Michael Lüders, Berlin
Dr. Ursula Günther, Hamburg
Dr. Peter Hünseler, Frankfurt/Main

Muslime in Deutschland bemühen sich intensiv um die Profilierung eines explizit deutschen Islam, dessen Stimme innerhalb aktueller gesellschaftlicher Diskussionen deutlicher wahrgenommen wird. Sie stellen sich der Herausforderung, sich innerhalb der demokratischen und organisatorischen Strukturen dieses Landes zu positionieren, um als gesellschaftliche Akteure wahr- und ernstgenommen zu werden. Dies wird allerdings mit hohen Erwartungen seitens der Mehrheitsgesellschaft verknüpft: Es geht darum, muslimische Identität mit einer unbezweifelbaren Anerkennung der Grundwerte eines säkularen Staates zu verbinden. Wird es in Zukunft – wie Ayyub Axel Köhler formulierte – einen deutschen „Mainstream-Islam“ geben, der einerseits als Teil eines weltweiten islamischen Mainstream erkennbar bleibt, andererseits aber innerhalb der gesellschaftlichen und religiösen Pluralität des Landes verbindlich, verlässlich und mit möglichst einheitlicher Stimme spricht? Wie ist dieser Anspruch auf einen Mainstream-Islam, der sowohl seitens der Mehrheitsgesellschaft als auch der organisierten Muslime erhoben wird, einzuschätzen? Entspricht er als Ideal tatsächlich der Lebenswirklichkeit der in Deutschland lebenden Muslime? Welche Bedeutung kommt vor diesem Hintergrund der Frage nach den ursprünglichen Herkunftsländern noch zu – angesichts der Tatsache, dass die meisten in Deutschland lebenden Muslime bereits seit zwei oder drei Generationen hier ansässig sind und längst keine reale Migrationsgeschichte mehr besitzen? Wie wird ein deutscher Islam in Politik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaften präsent sein – bzw.: welcher Platz wird ihm in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern eingeräumt? Und welche Rolle werden dabei nicht nur religiös organisierte Muslime, sondern eine immer deutlicher sich ausbildende muslimische Elite spielen, deren Selbstverständnis nicht bzw. nicht in erster Linie an ein religiöses Bekenntnis gebunden ist? Diesen Fragen will unsere Tagung im Gespräch zwischen Vertretern aus Religion, Gesellschaft und Wissenschaft, zwischen Christen und Muslimen nachgehen.

Programmfolge:
Freitag, 14. November 2008

16.00 Uhr Begrüßung und Einführung, Dr. Hans-Gerd Schwandt, Katholische Akademie Hamburg
16.15 Uhr Dr. Ursula Günther, Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin, Universität Hamburg „Lebenswirklichkeiten von "MuslimInnen" in Deutschland: Polyphonie des Islam?“
17.15 Uhr Aiman A. Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Köln „Ein deutscher Mainstream-Islam: Was heißt das konkret?“ 18.30 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Dr. Michael Lüders, Publizist; Berlin „Warum streiten wir über Moscheen? Der Islam im öffentlichen Bewusstsein in Deutschland

Samstag, 15. November 2008
9.30 Uhr Müfit Daknili M.A., Assistent am Lehrstuhl für Religion des Islam an der Universität Münster „Das Profil einer islamischen Theologie in Deutschland“
11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Muna Tatari, Islamwissenschaftlerin, Hamburg „Ein deutscher Mainstream-Islam: Eine islamwissenschaftliche Perspektive“
13.00 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Dr. Peter Hünseler, Geschäftsführer von CIBEDO, Frankfurt/Main, Christlich-Islamische Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz „Islam und Christentum in Staat und Gesellschaft – Gemeinsames und Unterscheidendes“
15.30 Uhr Schlussstatements „Ein deutscher „Mainstream-Islam? Was kann das sein und welche Wege führen dorthin?“
16.00 Uhr Ende der Tagung

Kooperation mit dem Dominikanischen Institut für christlich-islamische Geschichte. Die Veranstaltung wird gefördert von der Bundeszentrale für Politische Bildung und der Georges-Anawati-Stiftung.

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt, Dr. Ursula Günther


13. November 2008, 19.00 Uhr

ein-blick: Kapital Bildung – Was soll Schule leisten?


Christoph Graffweg (Fröbelschule Wattenscheid)
Dr. Carsten Lotz (McKinsey)
P. Klaus Mertes SJ (Canisius-Kolleg Berlin)

In der derzeitigen schulpolitischen Bildungsdebatte droht die Frage, wozu Bildung dienen soll, zu kurz zu kommen. Die Katholische Akademie Hamburg veranstaltet daher am Donnerstag, 13. November 2008 die Podiumsveranstaltung „Kapital Bildung. Was soll Schule leisten?“. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „ein-blick“ diskutieren Christoph Graffweg, Leiter der durch die preisgekrönte WDR-Dokumentation als „Hartz IV-Schule“ bekannt gewordenen Fröbelschule in Bochum-Wattenscheid, der Unternehmensberater Dr. Carsten Lotz, beteiligt an der McKinsey-Studie „Zukunftsvermögen Bildung“, und P. Klaus Mertes SJ, Rektor des Berliner Canisius-Kollegs der Jesuiten über grundlegende Fragen der gegenwärtigen Bildungspolitik: Wohin soll Bildung führen, wozu dient sie? Was kann und soll Schule leisten? Inwieweit ist es ihre Aufgabe, Bildung an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes zu orientieren und junge Menschen auf ihre berufliche Karriere vorzubereiten? In welchem Verhältnis stehen Ökonomie und Pädagogik? Die von der Robert Bosch Stiftung bei der Unternehmensberatung McKinsey & Co. in Auftrag gegebene und kürzlich veröffentlichte Studie „Zukunftsvermögen Bildung“ plädiert für die Verbindung von Ökonomie und Pädagogik und wird in ihren wichtigsten Aussagen vorgestellt.

Verantwortlich: Dr. Stephan Loos



17. November 2008, 18.00 Uhr

Lucas Holstenius (1596-1661):

Ein Hamburger Humanist im Rom des Barock

Buchpräsentation

Abendmesse in der deutschen Nationalkirche mit Rektor Franz-Xaver Brandmayr anschließend Vorstellung der Publikation durch den Herausgeber Dr. Hans-Walter Storck, Staatsbibliothek Hamburg. Grußwort: Kardinal Raffaele Farina, Präfekt der Biblioteca Apostolica Vaticana. Die Buchpräsentation findet statt im Rahmen der Studienreise »Die ewige Stadt als Zentrum der römischen Kirche« (16. - 22. November 2008).

Kooperation mit dem Studienkolleg S. Maria dell’Anima und der Herderschen Buchhandlung in Rom.

Verantwortlich: Msgr. Wilm Sanders



18. November 2008, 19.00 Uhr

Der zerstörte Traum? Zur Gegenwart und Zukunft der politischen Utopie


Prof. Dr. Richard Saage, Berlin

In seinem Essay »Der zerstörte Traum« aus dem Jahr 1991 konstatierte Joachim Fest, der frühere Herausgeber der FAZ, das Ende des utopischen Zeitalters. Hans Magnus Enzensberger stimmte ihm zu: über politische Utopien sei allenfalls in der literarischen Form eines »Nachtrags« zu reden. Das 1989 friedlich herbeigeführte Ende der sozialistischen Utopie markiere das Ende jeder Utopie der letzten Jahrhunderte. Aber ist mit dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme das utopische Denken als Ganzes diskreditiert oder nur ein bestimmtes utopisches Muster? Wenn es zum Wesen der Utopie gehört, dass sie auf erkennbare gesellschaftliche Fehlentwicklungen und Krisen reagiert, indem sie Gegenwelten entwirft, ist sie nicht auch heute von Nöten? Bedarf es angesichts gegenwärtiger globaler Problemlagen nicht gerade utopischer Entwürfe, um neue Lösungsansätze zu entdecken? Denn Zukunft scheint nur dann anders als bislang gestaltet werden zu können, wenn es Denk- und Phantasieräume gibt, die vom unmittelbaren Druck politischer und sozialer Verantwortung befreit und der politischen Instrumentalisierung entzogen, eben utopisch sind.

Verantwortlich: Dr. Stephan Loos



19. November 2008, 9.30-17.30 Uhr

Corporate Social Responsibility

Wachstumsdynamik und Unternehmenskultur in europäischer Perspektive

Stefan Lunte, Brüssel
Prof. Dr. Joachim Wiemeyer, Bochum

Das europäische Projekt ist auch am Beginn des 21. Jahrhunderts noch eine der großen Herausforderungen. Ein von Kriegen und Feindschaften über Jahrhunderte geschundener Kontinent entdeckt seine Größe: in geographischer, politischer, wirtschaftlicher Hinsicht, aber nicht minder auch als Werte- und Kulturgemeinschaft. Doch lassen sich so ungleichzeitig und unterschiedlich gewachsene Strukturen, Prozesse und Traditionen nicht einfach harmonisieren. Wie entsteht ein organisches Ganzes angesichts der Pluralität und Diversität seiner einzelnen Teile? Worum auf politischer Bühne gerungen wird, findet seine Entsprechung in den internationalen Konzernen und global operierenden Unternehmen: mit unterschiedlichem Erfolg gelingt die Harmonisierung verschiedener Unternehmenskulturen und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Zentral ist die Frage, inwiefern unternehmerische Sozialverantwortung Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und zugleich Prüfstein eines zusammenwachsenden Europas ist.

Kooperation mit der Katholischen Akademie Berlin und dem Sozialinstitut Kommende Dortmund im Rahmen von AMOS International

Verantwortlich: Dr. Stephan Loos



20. November 2008, 10.00-17.00 Uhr

„Entepente leiolente…“ – Wie illustriert man Lyrik für Kinder?

Ein Gespräch zwischen Autor/inn/en, Illustrator/inn/en, Kritiker/inne/n, Verleger/inne/n und anderen Menschen

Aljoscha Blau, Hamburg
Sabine Friedrichson, Hamburg
Hans-Joachim Gelberg, Weinheim
Dr. Barbara Kindermann, Berlin
Prof. Bernd Mölck-Tassel

„Wie Bilder mit Wörtern umgehen und umgekehrt Wörter mit Bildern, bleibt erstaunlich. So viel Wagnis, so viel Unterhaltungslust!“ Hans-Joachim Gelbergs Erstaunen wird alle ergreifen, die sich auf dem aktuellen Bilderbuchmarkt umschauen und dabei wunderbar illustrierte Lyrikbücher für Kinder entdecken: Heines „Loreley“ und Rilkes „Karussell“, Goethes „Zauberlehrling“ und Schillers „Handschuh“, Morgensterns „Mausefalle“ und die herrlichen Klassiker von Ringelnatz, James Krüss und Guggenmos. Gedichte führen in eine „dichtere Welt“, sie lassen Bilder im Kopf entstehen und wir selbst dichten weiter: jonglieren mit Bildern, spielen mit Sprache. Die Bildwelt der Sprache mit Bildern zum Sprechen zu bringen, ist eine große Herausforderung. Unsere Veranstaltung will im Gespräch zwischen Autor/inn/en, Illustrator/inn/en, Kritiker/inne/n, Verleger/inne/n und anderen Menschen der Frage nachgehen, wie wir „mit den kurzzeiligen, flatterhaften, manchmal gar gereimten, auch seltsam hüpfenden Wortgebilden oder Bildwörtern spielen können“ (noch mal: Gelberg) und wie das die Welt von Kindern und Erwachsenen weiter, größer, bunter macht. Am Ende sollen alle Christian Morgensterns “Großes Lalul“ rezitieren können, das unserer Veranstaltung den Titel leiht.

Programmfolge:
10.00 Uhr Begrüßung und Einführung Dr. Hans-Gerd Schwandt, Katholische Akademie Hamburg; „Die Bedeutung von Lyrik für Kinder“ Hans-Joachim Gelberg, Verleger, Weinheim
11.30 Uhr „Gedichte für neugierige Kinder. Zur Genese einer Lyrikreihe“ Ulrich Störiko-Blume, Boje-Verlag, Köln
12.30 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr „Vers und Bild. Lyrische Bild-Text-Gestaltungen und kindliche Entwicklung“ Friederike Plaga M.A., Bilderreich & Wortgewandt, Hamburg
14.15 Uhr „Wie illustriert man Lyrik für Kinder?“ Ein Werkstattgespräch mit Aljoscha Blau, Klaus Ensikat, Sabine Friedrichson und Sabine Wilharm
15.45 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Ausstellungseröffnung: Arbeiten von Studierenden der Abt. Buchillustration des Departments Design der HAW Hamburg. Einführung: Prof. Bernd Mölck-Tassel, Gespräch mit den Studierenden
Brot und Wein

Der KiBuLa Hamburg ist mit einem Büchertisch vertreten. Die Ausstellung „Von Helden und Heringen“ mit Bilderbuchillustrationen von Sabine Wilharm ist noch bis zum 31.12.2008 im Kinderbuchhaus im Altonaer Museum zu sehen.

Verantwortlich: Dr. Hans-Gerd Schwandt



25. November 2008, 19.00 Uhr

Kirchen(t)räume

Das Motiv der Kathedrale in der Literatur

Prof. Dr. Gerhard Lauer, Göttingen


Sie alle verkörpern den Traum des himmlischen Jerusalem, stellte Auguste Rodin in seinem Werk über die französischen Kathedralen fest. Indem die Baumeister ihr Denken auf den Himmel konzentrierten, gelang es Ihnen, sein Abbild auf Erden festzuhalten – in einer bisweilen »betäubenden Herrlichkeit«. Es mag manchem Zeitgenossen schwer fallen, angesichts des Hamburger neoromanischen Mariendomes an die großen mittelalterlichen Dome und Kathedralen zu denken, und die Faszination zu verstehen, die sie bis heute ausüben. Vielleicht vermag die Literatur die Einheit zwischen jener früheren und unserer Zeit wiederherzustellen, indem wir danach suchen, wie sich die Faszination der großen Kathedralen in der (deutschen) Literatur niedergeschlagen hat, auf welche Weise das Motiv der Kathedrale bzw. des Domes in der Literatur zur Sprache gekommen ist bzw. heute noch kommt, um so herauszufinden, welche Bedeutung der Dom für die Menschen heute hat.

Verantwortlich: Dr. Stephan Loos



11. Dezember 2008, 19.00 Uhr

ein-blick: Schöne Bescherung – Die Lust und Unlust des Schenkens


Prof. Dr. Gerhard Schmied, Soziologe, Mainz

In den Straßen glitzern Tannenbäume, auf den Plätzen duftet Glühwein, Menschen drängeln sich durch Kaufhäuser. Es weihnachtet sehr – und für kurze Zeit verändert sich das ganze Erscheinungsbild einer sonst kühlen Metropole. Das frohe Fest beschert aber nur den emotionalen Höhepunkt eines differenzierten sozialen Phänomens: des Schenkens. Das sensible Beziehungsgeflecht aus Geben und Nehmen prägt auch noch den Alltag unserer hochtechnisierten Gesellschaft. Über die soziale Bedeutung des Schenkens spricht der emeritierte Prof. Dr. Gerhard Schmied, Soziologe der Johannes-Gutenberg-Universität. Anschließend laden Glühwein und Gebäck zum Verweilen.

Verantwortlich: Dr. Stephan Loos